Vor dem Kauf
Vor dem Kauf
Jeder, der sich ein Haustier zu legen möchte, sollte
sich dessen großer Verantwortung bewust sein! Daher
sollte man sich vorher ausreichend über die gewünschte
Tierart informieren. Viele Informationen bekommt man über
die entsprechende Fachliteratur. Aber am besten Informiert
man sich über Webseiten oder Foren, wo man erfahrende
Halter findet.

Unterbringung
Ein Paar benötigt mindestens einen Käfig der
Maße von 1m x 0,50m x 0,50m BxHxT zur Unterbringung,
wo sie schlafen und essen können. Aber - je größer
desto besser! Die Unterbringung muss für jedes weitere
Paar um mindestens 25% größer sein. Auch benötigen
sie täglichen Freiflug. Dabei kommt es auch ausserhalb
der Unterbringung zu Schmutz durch Kot und kann auch zu
Schäden an Türen oder Mobilar führen, da
sie gerne nagen. Sind Sie bereit dies in Kauf zu nehmen?

Rund um den Käfig
Ein Käfig kann nie groß genug sein. Die im
Fachhandel angebotenen Käfige, sind meiner Meinung
nach, nicht geeignet, da sie meist nicht die Mindesmaßen
wieder geben. Am besten baut man selber. Hierfür
eignen sich, meiner Meinung nach, am besten unbeschichtete
feste Materialien wie Aluminium und Edelstahl. Oder, wer
hat, ein Vogelzimmer - das wäre natürlich das
idealste. Auf Rundkäfige ist, alleine schon von Tierschutzgesetz,
zu verzichten!
Der Kafig sollte mit unterschiedlich, dicken Naturästen
so eingerichtet sein, dass sie von einem zum anderen Ast
fliegen müssen. Ebenso sollten die Äste etwa
in Augenhöhe angebracht sein, jedoch nicht so dicht
unter die Decke, damit sie noch aufrecht sitzen können.
Auch sollten immer genug Äste zum schreddern vorhanden
sein. Spielzeug, in Form von Naturholz und Seilen aus
zb Sisal, sind eine gute Abwechslung. Alles was aus Plastik,
insbesondere ein Plastikvogel, und Spiegeln ist, hat im
Käfig nichts zu suchen!!
Agaporniden benötigen Schlafkästen oder Schlafbrettchen.
Schlafkästen sind rundum geschlossen, nur die Front
ist offen. Aber vorsicht - diese könnten(muss nicht)
auch zum Brüten annimieren. Es empfield sich,um Streitigkeiten
und Rangordnungskämpfe zu vermeiden, immer mehr Schlafkästen
oder Bettchen als Paare vorhanden sind, an zu bieten.
Weiter gehören ausreichend Futter - und Wassernäpfe,
so wie Badeschalen, in den Käfig. Welche aus Edelstahl
sind zu bevorzugen, da sie robust und leicht zu reinigen
sind. Sie sind so an zu bringen, dass sie nicht vollgekotete
werden. Als Einstreu kann man Sand oder Buchengranulat verwenden.
Jedoch muss man bei der Verwendung von Granulat zusätzlich
Grit reichen. Dies ist im Sand bereits enthalten und ist
für die Verdauung notwendig.
Der Käfig sollte an einer Stelle mit viel Licht auf
gestellt werden. Jedoch sind direkte Sonnenstrahlen und
Zugluft zu vermeiden. Wählt mal eine eher dunkle
Ecke, so empfield es sich auf Tageslichtlampen, die das
Sonnenspektrum wieder geben, zurück zu greifen. Hierzu
gibt es entsprechende Vogellampen im Fachhandel.

Lautstärke
Agaporniden besitzen eine enorme Lautstärke. Teils
mit einer Tonlage, die ich als schrillen Ton bezeichnen
möchte, welcher nicht unbedingt etwas für empfindliche
Ohren ist. Um sich da von mal ein Bild machen zu können,
wäre es ratsam mal bei einem Züchter vorbei
zu schauen um sich das an zuhören. Aber ich möchte
auch sagen, dass ein gehaltenes Paar durchaus auch ruhig
sein kann, welches sich natürlich mit jedem weiteren
Paar ändert. Meine haben Phasen wo sie durchaus auch
mal Tage lang, von Morgens bis Abends in einer Tour durch
schnaddern - mal angenehm an zu hören, mal auch Ohrenbetäubend.

Sauberkeit
Hier fällt, je nach Anzahl,eine gewisse Menge an
Dreck an. Wobei ich sagen möchte, dass auch bereits
ein Paar viel Drecken machen kann. Dieser Dreck besteht
aus Futterresten, Kot, Federn und Federstaub so wie auch
aus geschredderten Ästen. Dieser Dreck befindet sich
nicht nur innerhalb des Käfigs, sondern auch, teils
weiträumig, ausserhalb des Käfigs. Gerade was
die Federn und den Federnstaub angehen, ist es hier ratsam
vorher einen Allergietest durch führen zu lassen.
Sind sie bereit dies in Kauf zu nehmen?
Um dies mal deutlich zu machen, habe ich mal einen Tag
nicht gesaugt. Dieser Dreck ist von 5 Agaporniden.


Versorgung
Die Tiere benötigen täglich frisches Wasser
und Futter. Auch muss die Unterbringung regelmäßig
gereinigt werden. Auch kann es passieren, dass das Tier
mal zum Tierarzt muss. Können Sie dieses sicherstellen,
wenn sie mal in den Urlaub fahren?

Kosten
Zu den Kosten zählen nicht nur die Anschaffung des
Tieres und des Kafig/Voliere sondern auch das Futter (Körnerfutter,
Obst und Gemüse) so wie und insbesonders die Tierarzt
kosten. Hier ist nicht die Rede von einmal anfallenden
Kosten sondern von, gerade wenn das Tier eine dauerhafte
Erkrankung hat, laufenden Kosten, die durchaus ins unermessliche
gehen können. Sind Sie bereit diese zu tragen?

Nagetrieb
Agaporniden besitzen einen enormen Drang, alles an zu
nagen. Türen, Schränke, Kabel usw. Eigentlich
so ziemlich alles was man in einer Wohnung vorfindet.
Sind Sie bereit solche Schäden in Kauf zu nehmen?

Verletzungsquellen
Beim Freiflug landen sie auch schon mal gerne am Kabel
einer Lampe. Sind Sie bereit sämtliche offen liegende
Kabel (zb von Hängelampen) so zu Verkleiden/Verlegen,
dass keine Verletzungsgefahr (Stromschlag) besteht?
Auch kann es passieren, dass sie mal hinter einem Schrank
landen. Sind Sie bereit solche Gefahren, durch Verschließen,
zu beseitigen?
Oft passiert es, dass sie gegen das Fenster fliegen (weil
sie es nicht sehen). Sind Sie bereit das Fenster so zu
gestalten(Gardiene od. Aufkleber) das sie es wahr nehmen?
Die meisten Zimmerpflanzen sind giftig. Sind Sie bereit
auf diese zu verzichten?

Naturbrut od. Handaufzucht
Ich möchte dringends vom Kauf einer Handaufzucht
abraten!! Die Jungen werden, wenn nicht bereits schon
als Ei, den Eltern weg genommen. Das heist, dass sie keine
Sozialisierung durch die Eltern bekommen und somit, früher
oder später, zu Problemvögeln (Schreier, Rupfer,
gesundheitliche Schäden usw) werden.

Abgabealter
Ab der 8ten Woche sind Agaporniden Futterfest (selbständiges
Fressen) und können daher von den Elterntieren getrennt
werden. Kaufen Sie daher nie ein Tier welches jünger
ist! Wenn der Vogel noch nicht futterfest ist, so müssen
sie ihn fütter. Die sogenannte Handaufzucht. Dabei
kann man dem Vogel enormen Schaden zufügen, welches
unter Umständen zum Tod führt. Sowas gehört
nicht in Anfängerhänden!

Kinder
Ganz klar - Vögel sind keine Kuscheltiere!! Für
ältere Kinder, die Spass und Freud an der Beobachtung
haben, sind sie durch aus geeignet. Jedoch liegt die Verantwortung
letztendlich immer noch beim Erwachsenen!

Andere Haustiere
Wer Katzen oder Hunde hält, muss besonders aufpassen.
Katzen springen gerne auf den Käfig um nach ihnen
zu "angeln" und Hunde besitzen einen Jagtrieb,
welches beim Freiflug gefährlich werden kann.

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