Die Zucht
In freier Natur brüten die Pfirsichköpfchen in der Zeit von Mai bis Juli.
Ansich bauen sie sich, für ihr Gelege, ein Nest. Jedoch benutzen sie gerne auch die Nester von Webervögel.
Bitte beachten Sie, dass eine, gültige Zuchterlaubnis (ZG) vorliegen muss, bevor Sie Nachzuchten haben dürfen. Andernfalls müssen Sie die Eier unbrauchbar machen (austauschen gegen Kunsteier, Anstechen, Abkochen).
In Menschenobhut lassen sich Nachzuchten leicht ziehen. Die Pfirsichköpfchen gehören (neben Schwarz- u. Rosenköpfchen) zu den besten Zuchtvögeln. Sie schreiten sowohl in der Gruppe, als auch bei paarweiser Haltung, leicht zur Brut. Sie bebrüten ihr Gelege zuverlässig und ziehen die Jungen oft problemlos auf.
Bei Wohnungshaltung ist eine Brut ganzjährig möglich. Jedoch sollten nicht mehr als maximal 2 Bruten zu gelassen werden.
Damit das Weibchen, während der Zucht, bei Kräften bleibt, benötigt es sogenanntes Zuchtfutter. Neben dem Körnerfutter und Obst sollten dann noch Eifutter, Keimfutter, Hirse und Spitzsaat (Glanz, Kanariensaat) gereicht werden. Weiter sollten Sie darauf achten, dass Muschelgrit und Sepiaschalen zur Verfügung stehen.
Die Entwicklung des Ei´s verlangt dem Weibchen schon einiges an Nährstoffen ab. Deshalb ist es ratsam schon vor Zuchtbeginn das Zuchtfutter zu verfüttern.
Ich verfütter das ganze Jahr über eine spezielle Züchtermischung. So brauche ich wärend der Zucht nur noch Eifutter und Hirse reichen. Muschelgrit und Sepiaschalen/Mineralstein stehen ebenso ganzfährig zur Verfügung. Auch sollte eine Badeschale zur Verfügung stehen, damit das Weibchen die Luftfeutigkeit im Nest erhalten kann, welche wichtig für das Schlüpfen der Jungen ist.
Meine Paare brüten in Zuchtboxen.
Für den Nestbau benötigen die Pfirsichköpfchen immer frische Zweige, da der Saft in der Rinde für die nötige Luftfeuchtigkeit sorgt. Am besten eignen sich Weiden- oder Obstäste. Aber auch Äste vom Korkenzieher-Haselnussbaum. Weide wird aber bevorzugt.
Das Weibchen baut ein kobelförmiges Nest aus kleinen Ästen und Rindenstreifen, die sie mir dem Schnabel einträgt. Bei meinen Paaren konnte ich beobachten, dass auch teilweise das Männchen beim Nestbau mit hilft.
Das Gelege besteht im Durchschnitt aus fünf Eiern, die etwa 22 Tage, ab dem 2ten Ei bebrütet werden. Hin und wieder kann es auch vorkommen, dass das letzte Junge nicht mehr zum Schlüpfen kommt, da die Henne nicht mehr ausreichend brütet, weil sie mit dem Füttern der bereits geschlüpften Jungen beschäftigt ist. Die Eier des Pfirsichköpchens sind rundoval, rein weiß und weisen eine durchnittliche Größe von 23,3x17,0 mm auf.
Aufzuchtprobleme gibt es gelegentlich beim zuletzt geschlüpften Jungvogel. Oft wird das "Nesthäkchen" von den Eltern nicht ausreichend gefüttert und von den älteren Jungvögeln "plattgesessen". Auch kommen Rupfprobleme bei Pfirsichköpfchen nicht allzu selten zum tragen. Es ist bis heute nicht hinreichend geklärt, warum die Altvögel ihren Jungen ab einem bestimmten Alter (meiste um den 10ten Lebenstag) die Daunen und später die ersten Federchen ausrupfen.
Beim Schlupf haben die Jungen einen leichten Pflaum. Je nach Farbschlag kann dieser gelb, weis, oder grau sein. Die Augen sind geschlossen und öffenen sich mit etwa dem 10ten Tag. Sie liegen anfangs auf dem Rücken. Sind mehrere Jungtiere in einem Nest geschlüpft, wenden sie die Köpfe einander zu oder legen die Köpfe einander über die Schultern.
Um den 12ten Lebenstag entwickelt sich das Dunenkleid und wenig später erscheinen die ersten Federkiele unter der Haut.
Um den 20ten Lebenstag sind die Jungvögel vollständig bedunt. Die Federkiele an den Handdecken und Schwingen brechen hervor. Der Schnabel beginnt sich umzufärben. Er zeigt noch dunkle Ansätze an den Oberschnabelseiten.
Zwei bis drei Tage später sind die Federn an den Flügeln etwa 10 - 12 mm lang. Die Schwanzfedern ragen ebenso lang, aus dem bedunten Hinterteil, hervor.
Zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich auch das Kopfgefieder und lässt die unbefiederten hellen Augenringe deutlich hervortreten.
Um den 35ten Tag sind die Jungen, mit ausnahme des Rückengefieders, vollständig befiedert. Einige Tage später sind die Schwingen und Schwanzfedern vollständig verhornt.
Zeitgleich verfärbt sich der Schnabel.
Die Schnabelwachshaut und die unbefiederten Augenringe heben sich nun, in weiß, von den übrigen Köperpartien ab. Mit ihrem 35ten Lebenstag sind die Jungvögel nun auch flugfähig. Ihre ersten Ausflugversuche beginnen mit etwa dem 40ten Lebenstag und mit etwa dem 44ten Lebenstag, haben alle Jungen ihr Nest verlassen.
Nach dem Ausfliegen zeigen sich die Jungen sofort recht fluggewandt und haben keine Schwierigkeiten sich auf den Ästen und am Volierengitter festzuhalten.
Wenig später beginnen die Jungtiere mit der eigenständigen Nahrungsaufnahme und sind im Alter von 8 Wochen selbständig.
Die Beringung erfolgt, mit geschlossenen Ringen, im Alter von etwa 10 - 12 Tagen mit 4,5 mm Ringen. Eigentlich kann man sagen, wenn die Jungen ihre Augen einen Spalt weit offen haben, ist der beste Zeitpunkt zum beringen. Allerdings, je nach Entwicklungstand des Jungen, kann auch ein späterer Zeitpunkt mit etwa 14 Tagen in Frage kommen. Nach der Beringung sollte sich der Ring nicht mehr von Fuß abziehen lassen. Ist dies jedoch der Fall, sollte es später noch mal versucht werden.
Hier, eine Zeichnung, wie ein geschlossener Ring auf gezogen wird. Diese eigenhändige Zeichnung wurde mir mit freundlicher Genehmigung von Siegfried Friedrich - www.edelsittich.de zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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